MARTE-MEO bedeutet „sich aus eigener Kraft entwickeln“. Es ist ein Programm zur Entwicklungsunterstützung durch bewusste Kommunikation und Interaktion. Das bedeutet, dass alltägliche Kommunikations- und Interaktionsmomente genutzt werden, um die Entwicklung eines Kindes zu unterstützen. 
Die Methode stammt aus den Niederlanden und wird seit den 80er Jahren von der Begründerin Maria Aarts entwickelt. Heute wird Marte-Meo in über 40 Ländern und in verschiedenen Arbeitsbereichen erfolgreich angewandt (u. a. in der Therapie/Begleitung von Kindern). Dabei werden Videoaufnahmen von einer bedeutungsvollen Situation aus der Therapie oder aus dem Alltag einer Familie (z. B. freie Spielsituation, strukturierte Situation wie Anziehen, Zähne putzen, Essen, 
Gesellschaftsspiel, …) analysiert. MARTE-MEO zeigt anhand der Interaktionsanalyse von Videobildern


MARTE-MEO zeigt anhand der Interaktionsanalyse von Videobildern

  • welche Fähigkeiten ein Kind bereits entwickelt hat und welche es noch entwickeln darf 
  • wie kommunikative, entwicklungsunterstützende Momente im Alltag aussehen 
  • was diese Momente der Entwicklung einem Kind bringen und 
  • wie man dieses Wissen bei Kindern anwenden kann, die bestimmte Fähigkeiten noch entwickeln dürfen (z. B. Kinder mit fehlendem Selbstvertrauen, Sprachentwicklungsverzögerung, 
  • Konzentrationsschwäche, aggressivem / impulsivem Verhalten, …). 

Für MARTE-MEO sind Probleme Entwicklungsmöglichkeiten und MARTE-MEO Zeit ist Entwicklungszeit, in der der natürliche Entwicklungsprozess aktiviert wird. 
Die MARTE-MEO Methode in der Elternbegleitung schenkt also einen neuen Blick auf Beziehung und Entwicklung und zeigt anhand von Videobildern aus dem eigenen Familienalltag, wie Entwicklung im Miteinander entstehen kann - ganz natürlich, Schritt für Schritt und mit dem Fokus auf das, was bereits gelingt. 


Statt auf Defizite zu schauen, entdecken wir gemeinsam Ressourcen, Stärken und wertvolle Verbindungsmomente. Denn die Möglichkeiten zu sehen, hilft uns, den Weg in eine Positivspirale zu finden. Es geht viel mehr darum, die kindliche Botschaft zu verstehen:

 

„Ich brauche in dieser Situation mehr Unterstützung. Bitte hilf mir, mich zu entwickeln“.

 

Weniger, sich zu fragen:
„Was stimmt nicht mit dem Verhalten meines Kindes?“


Sondern viel mehr zu schauen:
„Was braucht mein Kind gerade?“
„Was möchte es uns mit seinem Verhalten zeigen?“
„Wie können wir wieder in einen guten Kontakt kommen?“
„Was ist der nächste Schritt in seiner Entwicklung?“


So können Kinder sich gesehen, verstanden und sicher fühlen - und Erwachsene mehr Leichtigkeit und Vertrauen in ihre elterlichen Fähigkeiten im Alltag gewinnen. 

„Oft sind es die kleinen Momente im Alltag, die Kindern Sicherheit, Vertrauen und Wachstum ermöglichen. Ein liebevoller Blick. Eine liebe Stimme. Ein gemeinsamer Augenblick.“